Katholische Stadtpfarrei
Zu den Heiligen Engeln

Orgeln

Sandtner Orgel in der Heilig-Engel-Kirche

Die Orgel der Heilig-Engel-Kirche

Im Raum der Heilig-Engel-Kirche wird der Blick schnell auf die Orgel gelenkt, die im ursprünglichen Architekturkonzept noch keine Rolle spielte. Der Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils führte damals zur Prognose, dass der traditionellen Orgel- und Chormusik keine besondere liturgische Rolle mehr zukommen würde. Als Ideal galt in den 1960er Jahren eine Gemeinde, die neue Lieder und Psalmen in Landessprache und begleitet von einer Gitarre sang. Trotz dieser Vorzeichen war von Anfang an das Bedürfnis nach Orgelbegleitung vorhanden. Zunächst wurde auf zwei provisorische Kleinorgeln zurückgegriffen, die jedoch an ihrem zurückgenommenen Standort die Aufgabe erhebender Gottesdienstmusik nicht erfüllen konnten. 

1984 bekam eine neue Orgel der renommierten Firma Sandtner ihren bekannt prominenten Platz im Kirchenraum. Hier kann sie ihr Gotteslob in Liturgie und Konzert ausfüllen. 

Doch auch dieses Instrument war Kind seiner Zeit, eher gedacht für die transparente Polyphonie eines Johann Sebastian Bach, als für die emotionale Gefühlswelt der Romantik. 2010 wurde die Orgel von der Orgelbaufirma Michael Jocher renoviert und klanglich romantisiert. 

Disposition 

Man.1

Koppelmanual

Man.2 (C- g3) HauptwerkPedal (C-f)
Pommer 16′Kontrabass 16′ (2010)
Prinzipal 8′Subbass 16′
Gedackt 8′Oktavbass 8′
Oktave 4′Gedecktbass 8′
Rohrflöte 4′Choralbass 4′
Quinte 2 2/3′Basspfeife 2′ (aus Hintersatz)
Superoktave 2′Hintersatz 2 2/3′
Terz 1 3/5 ‘Fagott 16′
Larigot 1 1/3′Chamade 8′ (Transmission aus Hauptwerk)
Mixtur 1 1/3′ 
Trompete 8′ (2010) 
Chamade 8′ 
Tremulant. 
Man. 3 (Schwellwerk)Koppeln:
Rohrflöte 8′III-Ped
Prinzipal 8′II-Ped
Vox angelica 8′ (2010)III super
Prinzipal 4′III sub
Blocklföte 4′III-I super
Nasat 2 2/3′III-I sub
Waldflöte 2′ 
Terz 1 3/5′ 
Mixtur 2′4096 Setzerkombination mit Sequenzer
Dulzian 16′ 
Basson/ Hautbois 8′ (2010) 
Tremulant. 
Cimbelstern 

Die Orgel von St. Katharina

Die Orgel von St. Katharina wurde im Jahr 1920 von Julius Schwarzbauer erbaut. Inmitten der schwierigen Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, als es vielerorts an Material und Arbeitskräften mangelte, gelang es dem Mindelheimer Orgelbauer dennoch, ein vergleichsweise großes und klanglich vielseitiges Instrument zu schaffen.

Für den Entwurf des Orgelgehäuses konnte der bedeutende Architekt Michael Kurz gewonnen werden. Bereits wenige Jahre nach ihrer Fertigstellung zeigten sich jedoch technische Probleme, sodass schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg umfangreichere Umbauten vorgenommen wurden. Auch die sich wandelnden klanglichen Vorstellungen der Zeit gingen nicht spurlos an dem Instrument vorüber.

 

Einen tiefgreifenden Eingriff in die Kirchenarchitektur stellte das Jahr 1954 dar, als das ursprüngliche Tonnengewölbe entfernt und durch eine Flachdecke ersetzt wurde. Diese Maßnahme wirkte sich nicht nur nachteilig auf das Erscheinungsbild des Kirchenraumes, sondern auch erheblich auf die akustischen Bedingungen aus.

Mit den Planungen für den Neubau der Heilig-Engel-Kirche in den 1960er-Jahren begann die Bedeutung der Katharinenkirche allmählich abzunehmen.

Im Jahr 2024 wurde Orgelbaumeister Michael Jocher (Peiting) mit der Restaurierung der Orgel beauftragt. Ziel war neben der Wiederherstellung ihrer vollen technischen Funktionsfähigkeit insbesondere auch eine klangliche Verbesserung. Mit großem Einfühlungsvermögen und fachlicher Sorgfalt gelang es Michael Jocher gemeinsam mit Kirchenmusiker Andreas Holzhauser,
den historisch gewachsenen Zustand des Instruments zu bewahren und zugleich klangliche Schwächen zu beheben.

So wurde beispielsweise im zweiten Manual eine in den 1960er-Jahren eingebaute Terz 1 3/5′ durch eine neu gefertigte Oboe deutscher Bauart ersetzt. Darüber hinaus konnte die Windversorgung verbessert sowie die ebenfalls in den 1960er-Jahren hinzugefügte, insgesamt zu scharf klingende Mixtur klanglich zurückgenommen werden.

Heute präsentiert sich die Katharinenorgel als lebendiges und ausdrucksstarkes Instrument, das sowohl den liturgischen als auch den konzertanten Anforderungen in hohem Maße gerecht wird und innerhalb der vielfältigen Landsberger Orgellandschaft einen wertvollen Akzent setzt.

Disposition seit 2026

1. Man. Hauptwerk C-g’’’2. Man. Positiv C-g’’’
Bordun 16´Engprincipal 8’
Principal 8’Gedackt 8’
Holzflöte 8’Salicional 8’
Altgambe 8’Voxcelöstis 8’
Quintadena 8`Nachthorn 4’
Oktave 4’Schweizerpfeife 4’
Rohrflöte 4’Quinte 2 2/3’
Gemshorn 2’Waldflöte 2’
Mixtur 2’Oboe 8’
 Tremulant
Pedal, C-f’ 
 II-I, II-Ped, I-Ped
Violon 16’Superoktavkoppeln: II-II, II-I, I-Ped
Subbaß 16’Leerlaufkoppel, Freie Kombination
Zartbaß 16’Crescendowalze
Oktavbaß 8’Kollektivtritte: Forte, Mezzoforte, Piano
Choralflöte 4’Auslöser
 Pneumatische Kegellade